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Liebe Leserinnen und Leser,

wir Heilpraktiker sind in Zeiten sogenannter »sozialer« Internetplattformen und einseitiger Berichterstattung in den Medien so einiges gewöhnt. Was sich in den letzten Tagen das Internetportal »MedWatch« gemeinsam mit der ARD Sendung »Panorama« erlaubt haben, das hat allerdings auch hart gesottene Gemüter zunächst sprachlos gemacht. In einem Beitrag, der als gemeinsame »Recherche« gelobt wurde, hat MedWatch zu einem generellen Rundumschlag gegen den Berufsstand der Heilpraktiker ausgeholt, der seinesgleichen sucht.

Um das vorweg zu nehmen: Selbstverständlich können auch Heilpraktiker Fehler machen. Selbstverständlich gibt es sie auch, die »schwarzen Schafe« - so wie in jeder anderen Berufsgruppe auch. Die weitaus meisten mir bekannten Kollegen arbeiten jedoch sauber und zuverlässig. Es sind oft Menschen mit frappierend umfassendem Wissen und Können, sowohl wissenschaftsmedizinischer, naturgemäß vor allem aber auch naturheilkundlicher Art im weitesten Sinne. Fehler passieren. Und sollte es sich um schwere Verfehlungen handeln, dann müssen diese selbstverständlich auch verfolgt werden. Dennoch tun sich auch hartnäckigste Gegner des Heilpraktikerberufes ganz offensichtlich extrem schwer, wirklich echte und bewiesene Fälle von Gesundheitsschädigungen oder auch nur echten »Gefährdungen« für Patienten auszuführen. Ganz offensichtlich ist ihre Heilpraktikerin, Ihr Heilpraktiker eine der sichersten Anlaufstellen überhaupt, wenn es um medizinisch-naturheilkundliche Beratung und Behandlung geht. Das ist auch der Grund, warum immer und immer wieder der 2017 in Brüggen-Bracht dokumentierte Zwischenfall herangezogen wird, um die »Gefahren« des Heilpraktikerberufs per se behaupten zu können.

Ganze drei Fälle konnten die gemeinsamen »Recherchearbeiten« von MedWatch und der ARD Sendung »Panorama« zu Tage fördern, um daraus die Behauptung abzuleiten, »Heilpraktiker seien gefährlich«. Nicht nur in Einzelfällen. Gemeint ist der ganze Berufsstand. Einer der drei Fälle übrigens wiederum der von Brüggen-Bracht. Sollte es einem derart »fähigen Rechercheteam« nicht möglich sein, geradezu hunderte von bewiesenen Fällen zitieren zu können? Es ist Ihnen trotz hartnäckigster Bemühungen nicht möglich. Entscheiden Sie selbst, liebe Leserinnen und Leser, was davon zu halten ist. Im Weiteren kommt in besagter »Recherche« ein leitender Amtsarzt des Gesundheitsamtes Berlin-Reinickendorf zu Wort. Seine Äußerungen strotzen vor Unkenntnis der berufsrechtlichen und -inhaltlichen Sachlage bezüglich der Heilpraktiker und ihrer üblichen Berufstätigkeit. Dennoch meint diese Person, sich mit teilweise unverschämt einschneidenden Wünschen äußern zu müssen. »Larscheid fordert Gesetzesänderungen, um Patienten besser zu schützen – und befürwortet die Abschaffung des Berufsstands.« heißt es dazu bei MedWatch. In der Folge hat das Onlineportal sogleich die Gelegenheit ergriffen und ein vollständiges Interview mit Larscheid publiziert. Was dieser Herr dort zum Besten gibt, spottet jeder Beschreibung. Unwahrheiten, ja: waschechte Lügen, gefühlt ohne Ende, gewürzt mit einem Rhetorikstil schwärzester Sorte, polemisch und populistisch, dass man über kurz oder lang nur noch lachen könnte, wenn man könnte, über die Verbissenheit und den fühlbaren Hass auf Heilpraktiker, der zwischen jeder seiner Zeilen hervortrieft wie Abwasser aus einem verstopften Ablaufrohr.

All diese Peinlichkeiten genügen unserer ARD, die der Sendung »Panorama« ohnehin die Verbreitungsplattform bietet, indes nicht. Dort wird am 31.10.19 mit einem Onlinebeitrag nachgelegt: »Behörde fordert: Heilpraktiker abschaffen« heißt es in der populistischen Schlagzeile. Der Artikel bezieht sich auf die fragliche Gemeinschaftsarbeit MedWatch/Panorama. Und legt nach, als ob der Unverschämtheiten nicht schon genügend aufgezählt wären. Neben Larscheid kommt dort auch Professor Jutta Hübner zu Wort. Eine anerkannte Spezialistin auf dem Gebiet der Onkologie, die immer wieder mit fragwürdigen Äußerungen zu naturheilkundlichen Themen wie der Homöopathie im Allgemeinen und dem Heilpraktikerberuf im Speziellen auffällt. Hübner ist oder war zumindest Mitglied im »Münsteraner Kreis«, der schon in 2017 als selbsternannte »Spezialistengruppe« bezüglich des Heilpraktikerberufes von sich Reden machte. Wenigstens ein Teil der dort inkludierten Personen ist oder war im Übrigen der Skeptiker-Organisation »Gwup« angehörig. Zumindest skeptikernahe Interessen darf man also gewiss auch bei Frau Hübner annehmen. Und das merkt man auch an der unqualifizierten Art, mit der sie sich über Themen äußert, zu denen sie mangels ausreichender Fachkenntnis eigentlich gar nicht mitzureden hätte. Eigentlich. Sie tut es dennoch. Man merkt es ebenso an der Art ihrer Rhetorik, die skeptikertypisch ebenfalls zur schwarzen und zeitweise polemischen Sorte gehört. Man kann nur den Kopf schütteln und muss sich fragen, was bei einer an sich hochgebildeten Person eigentlich beim Thema »Kommunikation« so schief laufen kann.

Es ist eine Frage, ob sich eine Anstalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überhaupt erlauben darf, derart einseitig und letztlich auf zurechtkonstruierten Argumenten basierend generalisiert gegen eine ganze Berufsgruppe zu hetzen. Und anders kann ich das nicht mehr bezeichnen. Es ist eine ganz andere Frage, ob eine solche Anstalt öffentlichen Rechts tatsächlich auch schamlos Faktenverdrehungen, Überspitzungen, wenn nicht waschechte Lügen in Form der gewählten Schlagzeile veräußern darf. Eine »Behörde« fordert die Abschaffung des Heilpraktikerberufs? Was ich sehe, ist zunächst die Einzelmeinung einer Person, die sich als »Behördenchef« zu einem Interview bereit erklärt hat. Eine Person, die zwar jede Menge persönliche Meinung hat, aber offensichtlich und beweisbar ohne auch nur annähernd adäquate Sachkenntnis ist. Einer Person, die eine Gelegenheit genutzt hat, um ihrer offensichtlich zutiefst persönlichen Abneigung gegen den Heilpraktikerberuf Ausdruck zu verleihen. Zu klären bleibt hier, was die Behörde, der Larscheid vorsteht, zu diesen Vorwürfen zu sagen hat.

Wie dem auch sei: Das skandalöse Verhalten der ARD sowie den offensichtlich auf einseitige Fehlinformation zum Nachteil einer ganzen Berufsgruppe abzielenden Missbrauch der Position als Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann man keinesfalls unkommentiert und ungerügt so stehen lassen. Ich habe mich daher entschlossen, einen offenen Beschwerdebrief an die ARD zuzustellen. Dessen Inhalt können Sie im Folgenden einsehen.

Eines noch: Wenn ich mich als Heilpraktiker jemals dazu hinreißen lassen sollte, meine Arbeit in vergleichbarer Form und Qualität abzuliefern, als dies die Autoren der hier verlinkten Artikel und Beiträge getan haben, dann freilich drohte mir zu Recht ein lebenslanges Berufsverbot. Journalisten und selbsternannte Heilpraktikerkritiker scheinen hingegen alles ungestraft äußern zu dürfen. Man kann hier nur hoffen, dass ARD Konsequenzen zieht und entsprechend rügende und nachhaltige Taten gegen die verantwortlichen Urheber folgen lässt.

Herzliche Grüße
Ihr Frank Röpti
Heilpraktiker mit Herz und Verstand

Offener Beschwerdebrief an die ARD

zugestellt am 6. November 2019 per Email

Bayerischer Rundfunk, Anstalt des öffentlichen Rechts
Rundfunkplatz 1
80300 München

Sehr geehrte Damen und Herren,

über den auf Ihren Internetseiten veröffentlichten Beitrag vom 31.10.19 mit dem Titel »Behörde fordert: Heilpraktiker abschaffen« (1) beschwere ich mich hiermit in Form eines offenen Briefes.

Ungeprüft und meinungsbildnerisch manipulierend stellen Sie den Beruf des Heilpraktikers zur Gänze als gefährlich dar. Sie berufen sich dabei auf Recherchen von MedWatch und Panorama, ohne diese genauer zu hinterfragen oder auf Stichhaltigkeit zu überprüfen. Im Folgenden möchte ich zitateweise Inhalte Ihres Beitrages aufgreifen, analysieren und kommentieren.

»Immer wieder setzen Heilpraktiker die Gesundheit von Patienten aufs Spiel. Das zeigen Recherchen des Onlinemagazins MedWatch und Panorama.«

Der fragliche Bericht von MedWatch sowie die zugehörige Panorama-Sendung dazu sind von vornherein einseitig und deutlich populistisch angelegt. Ganze drei Fälle wurden gefunden und zur Sprache gebracht. Einer davon: Wieder einmal der von Brüggen-Bracht, der seit zwischenzeitlich einigen Jahren immer und immer wieder als Rechtfertigung selbsternannter Spezialisten wider der gesamten Heilpraktikerschaft herangezogen wird.

Die Zahl nachhaltig gesundheitsgefährdender oder gar tödlicher Zwischenfälle durch Zuwendung von Heilpraktikern ist verschwindend gering. Und zwar auf Untersuchungsräume von Jahrzehnten gesehen. Sollte es MedWatch, oder Panorama, oder anderen selbsternannten Kritikern des Heilpraktikerberufes nicht möglich sein, geradezu hunderte Beispielfälle ausfindig zu machen, wenn sich dieser Sachverhalt anders darstellen würde? Es ist Ihnen nicht möglich. Auch das zeigt, dass es sich insgesamt bei der Tätigkeit der Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen ganz im Gegenteil um eine der sichersten im Bereich heilkundlicher Patientenversorgung in Deutschland handelt. Demgegenüber erleiden nachweislich jedes Jahr hunderte Patienten Nebenwirkungen durch Therapien verschiedenster Art, die dem konventionellen Medizinbetrieb zugehörig sind. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat hierfür allein für das Jahr 2018 u.a. 107 gesicherte Fälle mit Todesfolge dokumentiert (2)! Komplikationen durch solche Therapien, die zu lebenslanger gesundheitlicher Beeinträchtigungen führen, liegen sogar im Bereich einiger Tausend, wenn man ähnliche Zeiträume ansetzen würde, als dies im Rahmen generalisierter Heilpraktikerkritik üblich ist. Dunkelziffern, die astronomisch höher ausfallen dürften, finden hier keine Beachtung. Trotz dieser frappierenden Tatsachen käme indes niemand auf die Idee, die Abschaffung des Arztberufes oder anderer Therapeuten zu fordern, die hiermit assoziiert sind.

Ganze drei Fälle konnten MedWatch und Panorama also nun zusammentragen. Aus diesen wird der Allgemeinsatz abgeleitet, es käme immer wieder dazu, dass Heilpraktiker das Leben der Patienten aufs Spiel setzen würden. Drei Fälle. Oder zehn. Oder vielleicht auch zwanzig. In Zeiträumen über Jahrzehnte gesehen. Diese verschwindend geringe Anzahl rechtfertigt es also auch Ihrer Ansicht nach, derartige populistische Unverschämtheiten wider der Heilpraktikerschaft als Ganzes zu formulieren?

Der Amtsarzt Patrick Larscheid, wohl Leiter des Gesundheitsamtes Berlin, kommt in Ihrem Artikel ebenfalls dazu, seine Antiheilpraktiker-Thesen kundzutun. Larscheids Ansichten stellen hier jedoch einen klaren Einzelfall dar. Praktisch alles, was dieser Mann zum Heilpraktikerberuf zu sagen hatte, kann widerlegt werden, was ohnehin bereits ausreichend Schlüsse bezüglich dem Wert seiner Ansichten zulassen würde. Er behauptet beispielsweise, dass der Heilpraktikerberuf gesetzlich kaum reguliert sei. Dem stelle ich hier folgende Auflistung von gesetzlichen und juristischen Grundlagen ohne Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber, die allesamt den Heilpraktikerberuf betreffen und in der Tätigkeit der Heilpraktiker täglich beachtet werden müssen:

1. IfSG
2. § 1 Zahnheilkundegesetz
3. § 1 Hebammengesetz
4. Sorgfaltspflicht
5. Arzneimittelgesetz
6. Betäubungsmittelgesetz
7. Heilmittelwerbegesetz
8. Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz
9. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
10. Röntgenverordnung
11. Strahlenschutzverordnung
12. § 174 Strafgesetzbuch

13. § 218 Strafgesetzbuch
14. Embryonenschutzgesetz
15. Kastrationsgesetz
16. Transplantationsgesetz
17. Transfusionsgesetz
18. Sozialgesetzbuch (Krankenversicherung)
19. Strafprozessordnung § 81 a,c
20. Ländergesetze zum Bestattungsrecht
21. MPG
22. Hygieneverordnung
23. Patientenrechtegesetz
24. Arzthaftung
25. DSGVO

Damit wird schon hier klar, dass Larscheids persönliche Meinungen keinesfalls zwingend auch echte Tatsachen sind. Seine Ausführungen enden mit der Forderung, den Heilpraktikerberuf abzuschaffen. Dies entspringt seiner persönlichen Abneigung gegen dieses Berufsbild. Es handelt sich um eine auf persönlichen Ansichten beruhende Überzeugung, die keinesfalls von allen Amtsärzten in Deutschland geteilt wird. Auf der Grundlage Larscheids ausgesprochen fragwürdiger Aussagen konstruieren Sie also nun die folgenschwere Behauptung Ihrer Überschrift: Eine Behörde fordere die Abschaffung des Heilpraktikers. Eine manipulierendere und an den Haaren herbeigezerrtere Schlagzeile kann ich mir nur schwer vorstellen. Herr Larscheid ist eine Einzelperson! Und seine Ansichten und Überzeugungen bezüglich des Heilpraktikerberufes sind wie gezeigt offensichtlich ausgesprochen fragwürdig.

Im Artikel von Ihnen veröffentlichten Artikel folgen weitere Behauptungen, von denen ich einige zitatweise herausgreifen möchte:

»›Alternative‹ Heilmethoden sind bei den Deutschen - und somit vielen potentiellen Wählern - sehr beliebt. Heilpraktiker-Angebote wie angebliche »Chakren-Harmonisierung«, Schüssler-Salze oder Bioresonanztherapie boomen.«

Das mag alles so richtig sein. Erschöpfend ist diese durchaus vor allem esoterisch anmutende Aufzählung jedoch nicht. Und Sie wissen das. Die weitaus meisten mir bekannten Heilpraktiker, die tatsächlich auch praktizieren, arbeiten hingegen mit Verfahren traditioneller Naturheilkunde im weitesten Sinne. Dazu gehört zum Beispiel auch die Pflanzenheilkunde, manualtherapeutische Verfahren, Ordnungstherapien, Methoden der orthomolekularen Medizin. Natürlich auch Methoden, die etwa dem chinesischen oder indischen Kulturkreis entspringen und in sich geschlossene hochkomplexe medizinphilosophische und erfahrungsheilkundliche Medizinsysteme bilden. Hinzu kommen sowieso immer Standardtechniken der grundsätzlich naturwissenschaftlichen Anamneseerhebung, der körperlichen Untersuchung und der Labordiagnostik. Viele Patienten werden für notwendige weitergehende Untersuchungen geradezu täglich an entsprechende Fachärzte übermittelt, etwa solche der Radiologie, Endokrinologie etc.

Ihre Formulierung verfolgt das Ziel, beim Leser per se das Bild des einfältigen Esoterikers zu wecken. Dies entspricht in Bezug auf die Heilpraktikerschaft als Ganzes auf keinen Fall der Realität.

»Mehr als die Hälfte der Deutschen hat bereits zu homöopathischen Arzneimitteln gegriffen, also zu Pseudo-Medikamenten ohne nachweisbaren Wirkstoff.«

»Pseudo-Medikamente ohne Wirkstoff« -> es ist richtig, dass bestimmte Zubereitungen der Homöopathie tatsächlich keinen chemisch nachweisbaren Wirkstoff der Ausgangssubstanz mehr enthalten. Dazu mag man stehen, wie man will. Vom derzeitigen Wissensstand der zuständigen Naturwissenschaften können wir speziell diese Techniken der Homöopathie nicht nachvollziehen. Um so erstaunlicher ist es jedoch, dass die derzeitige Studienlage dennoch eine Grundaussage als gesichert akzeptieren muss: Die dennoch vorhandene Realität des homöopathischen Phänomens ist zweifelsfrei bewiesen und damit gesichert. Zudem trifft die Generalaussage »kein Wirkstoff enthalten« keinesfalls auf alle Zubereitungen homöopathischer Arzneimittel zu. Auch hier würde es helfen, erst mal wahrhaftig zu recherchieren, bevor derart auf offensichtlicher Unkenntnis beruhende Behauptungen veröffentlicht werden.
Wie dem auch sei: Die Tatsache, dass in einigen homöopathischen Zubereitungen keine Wirkstoffe enthalten sind, die wir chemisch nachvollziehen könnten, rechtfertigt vor dem Hintergrund der nachgewiesenen Wirksamkeit selbst dieser Zubereitungen in keiner Weise ihre polemische Aussage, es handle sich um »Pseudo-Medizin«.

»›Da können Sie auch einen Würfel Zucker in den Bodensee schmeißen, umrühren und dann sagen: Das ist jetzt auch ein Mittel‹, sagt die Onkologie-Professorin Jutta Hübner von der Uni-Klinik Jena.«

Frau Hübner mag eine Koryphäe auf ihrem Fachgebiet sein. Der naturwissenschaftlich-medizinischen Betrachtung onkologischer Erkrankungen. Das macht sie jedoch keinesfalls zu einer Spezialistin betreffend das Gebiet der Homöopathie. Die Frau macht sich mit Ihrer hier getätigten Aussage geradezu lächerlich und beweist in diesem einen Satz, dass sie keinerlei tatsächliches Wissen betreffend homöopathischer Therapieansätze hat. Ihrer Meinung gegenüber stehen die Ansichten tausender echter Fachleute beim Thema Homöopathie allein in Deutschland, praktizierende Ärzte ebenso wie natürlich Heilpraktiker. Die Formulierung, die Frau Hübner gewählt hat, kann nur als schwarzrhetorische Polemik bezeichnet werden. Dennoch kommt sie weiter zu Wort:

»›Wir erleben, dass bei unseren Krebspatienten, die solche Wege gegangen sind, alternativmedizinisch, und dann plötzlich davor stehen, dass es nicht funktioniert hat, dass der Krebs wächst und sie sterben müssen‹, sagt Hübner.«

Menschen mit Krebserkrankungen müssen leider immer wieder auch an ihren Krankheitsbildern sterben. Es spielt hier zunächst keine Rolle, für welche Art von medizinischer Zuwendung sie sich entschieden haben. Nicht wenige Patienten sterben im Übrigen auch unmittelbar an den Folgen konventioneller medizinischer Zuwendung. Eine der Haupttodesursachen von Krebspatienten sind nach wie vor die Nebenwirkungen verschiedenster Chemotherapien. Diese Tatsachen sollten bei diesem schwierigen Thema nicht einfach verschwiegen werden.

Verantwortungsvolle Heilpraktiker werden ihre Patienten immer zunächst umfassend über Vor- und Nachteile verschiedener medizinischer Optionen im Falle solch schwerer Krankheitsbilder beraten. Dazu gehören auch Möglichkeiten begleitender Therapien adjuvanter Naturheilkunde, in erster Linie steht hierzu aber die Diskussion und Empfehlung konventioneller medizinischer Begleitung und Therapie im Vordergrund. Solcher Verfahren also wie Operationen, natürlich auch Chemotherapien oder Bestrahlung. Die Patienten werden typischerweise an entsprechende Fachärzte verwiesen! Darüber hinaus ist es auch aus wissenschaftlicher Sicht durchaus überlegsam, allen Bemühungen immer auch bewährte naturheilkundliche Strategien an die Seite zu stellen. Hierzu gibt es eine Reihe verschiedener Untersuchungen und damit belastbare Evidenz.

Jenseits dessen wird es immer wieder auch Patienten geben, die sich möglicherweise bei Vorliegen solcher Erkrankungen gar für eine primär rein naturheilkundliche Begleitung entscheiden wollen. Das ist deren gutes Recht. Man kann hier beratend und aufklärend eingreifen, zwingen indes kann man nicht. Menschen haben auch diesbezüglich ein Recht auf freie Therapieentscheidung und selbstverständlich auch freie Therapeutenwahl, so schmerzlich dies manchmal auch sein mag. Und selbstverständlich ist zu erwarten, dass viele dieser Krankheitsbilder dann einen möglicherweise letalen Ausgang nehmen. Wir wissen jedoch nicht, ob das im Falle andersartiger Entscheidung seitens der Patienten dann auch sicher anders verlaufen wäre. Mit anderen Worten: Die Onkologie-Spezialistin Hübner bedient sich in der Aussage reiner Spekulation, das Problem wird viel zu einseitig beleuchtet. Selbstverständlich ist es tragisch, wenn solche Patienten sich dann bei Erfolglosigkeit vorstellen und ihnen nur noch der Tod prophezeit werden kann. Andererseits gibt es eine Reihe Fälle, in denen Patienten mit initial schweren Krebserkrankungen unter rein oder vorwiegend naturheilkundlicher Therapie teilweise noch Jahrzehnte an Lebenszeit in bestem Allgemeinzustand gewonnen haben. Auch das sind Tatsachen, die durch Hübners Aussage von vornherein unter dem Mantel des Schweigens erstickt werden.

Verantwortungsvolle Heilpraktiker - also die große Masse der praktizierenden Kollegen und Kolleginnen in Deutschland - werden bei diesen schweren Krankheitsbildern immer zur Primärbetreuung an die zuständige Fachärzteschaft verweisen. Einige, die entsprechende Erfahrung und Sicherheit haben, werden möglicherweise auch begleitende naturheilkundliche Maßnahmen zur Verfügung stellen, wenn Patienten dies wünschen. Fehlberatungen, Selbstüberschätzung durch Heilpraktiker und dergleichen: Auch das mag es geben. Aber: Es handelt sich dabei jedoch um seltenste Ausnahmen, die keine wie auch immer geartete Generalverurteilung der gesamten Heilpraktikerschaft rechtfertige.

»›Und deshalb müssen diese Menschen, die so etwas tun, auch nie mit juristischen Konsequenzen rechnen. Weil der Patient tot ist, wenn es vor Gericht geht. Es passiert nichts.‹«

Das ist Unsinn. Natürlich, wenn geklagt wird, sind es typischerweise Angehörige und Hinterbliebene, die als Kläger auftreten. Solche Situationen sind immer schwierig. Dass aber grundsätzlich nie etwas passiere, weil die Patienten ja jetzt tot sind: Wie kann sich eine gebildete Person zur Äußerung derartigen Unfugs hinreißen lassen?
Im Übrigen haben wir dasselbe Problem, wenn Patienten im Rahmen ärztlicher Betreuung zu Tode gekommen sind. Eine Fallkonstellation, die in Deutschland nebenbei in ungleich höherem Ausmaß tagtäglich zu Stande kommt. Allein vor diesem Hintergrund mutet die Konstruktion »Heilpraktiker sind praktisch oft schuld am Tod der Patienten und können dafür nicht belangt werden« geradezu lächerlich.

All diese Äußerungen einer hochgebildeten Person wie Professorin Jutta Hübner regen an, einige Recherchen einzutreiben. Denn die Art ihrer Meinungsbildung und vor allem der Duktus ihrer Rhetorik lassen die Vermutung aufkommen, dass diese Person eine gewisse Nähe zu sogenannten Skeptikern, etwa der Organisation »GWUP«, pflegt. Auf deren Seiten wird man zumindest auch schnell fündig bezüglich zahlreicher Beiträge, die auf Jutta Hübner referenzieren und ihre Äußerungen bejubeln. Nicht überraschend finde ich zudem, dass sie Mitglied des »Münsteraner Kreises« ist, der im August 2017 mit dem »Münsteraner Memorandum« wider dem Heilpraktikerberuf von sich Reden machte (3). Eine Gruppe selbsternannter Spezialisten war auch dort nicht in der Lage, mehr als einen einzigen Fall - übrigens wieder dem von Brüggen-Bracht - anzuführen, um seine haarsträubenden Forderungen bezüglich Konsequenzen betreffend des Heilpraktikerberufes zu begründen. Zahlreiche Mitglieder des Münsteraner Kreises wiederum sind oder waren tatsächlich Mitglieder besagter GWUP, oder werden von dieser unterstützt. Wie es um die Neutralität und Wahrhaftigkeit in Heilpraktikerfragen bei einer Person gestellt sein wird, die offensichtliche Skeptikernähe pflegt und erklärte Abneigung gegen naturheilkundliche Verfahren wie die Homöopathie hegt, darüber dürfen Sie sich nun einmal selbst Gedanken machen. Und ebenso über die Frage, ob einseitige Berichterstattung unter Berufung auf ganz offensichtlich fragwürdige Personen wie Larscheid oder Hübner tatsächlich Ihrem verfassungsrechtlich vorgegebenen Auftrag entspricht (4).

»Wie heikel das Thema für Politiker ist, zeigt derzeit der interne Streit bei den Grünen. Eine Gruppe junger Mitglieder fordert eine klare Haltung der Partei zum Thema Homöopathie und der Wissenschaftlichkeit von Heilpraktikern - und stößt auf massiven Gegenwind von Lobbygruppen.«

Tatsache ist, dass genau diese jungen Grünen, die aktuell mit Anträgen der genannten Art in der Partei auffallen, durch Lobbygruppen unterstützt werden. Der Urheber des Antrages bezüglich Homöopathie hat sich selbst und mehrmals auf u.a. Natalie Grams berufen, die ihrerseits wiederum sowohl Verbindungen zur GWUP hegt, als auch Mitglied des Münsteraner Kreises ist. Diese Konstruktion Ihrerseits ist geradezu als unverschämt lügnerisch zu betrachten. Die Wahrheit wird in Ihrem Artikel um einhundertachtzig Grad herumgedreht. Welche Lobbygruppen sollen das denn sein, deren Gegenwind die jungen Grünen ausgesetzt sind? Wollen Sie aktive Parteimitglieder, die mit ihren jungen Kollegen nun in kontroverse Diskussionen eintreten, als Lobbyisten bezeichnen? Sollte mit Lobbygruppe etwa die Gemeinschaft der Heilpraktiker und Ärzte gemeint sein, die kürzlich eine Petition kontra dieses Antrages an die Grünen einreichte?

»Der Bundesvorstand der Grünen versucht inzwischen, das Thema vom kommenden Bundesparteitag fernzuhalten: Es gebe wichtigere Themen, heißt es aus Berlin.«

Und damit, liebe ARD, hat der Bundesvorstand im Übrigen vollkommen recht. Es gibt sehr wohl Wichtigeres, Vordringlicheres. Weder kann es von großer Bedeutung für die Grünen oder eine sonstige Partei sein, sich wider Homöopathie zu positionieren, von der wir gemäß Studienlage sicher wissen, dass ihre Phänomenologie real ist, für die lediglich zum derzeitigen Zeitpunkt naturwissenschaftliche Erklärbarkeit aussteht. Noch kann es für die Grünen von Bedeutung sein, sich wider einer bewährten Berufsform in Deutschland zu positionieren: den Heilpraktikern. Einer Berufsklasse, die beweisbar nur minimalste ernsthafte Komplikationen gesundheitlicher Art hervorbringt. Einer Berufsklasse, die jedes Jahr einige Millionen Patientenkontakte in Deutschland zu zählen hat. Einer Berufsklasse, die sich Zeit nimmt für ihre Patienten, die dort einspringt, wo die konventionelle Medizin nicht genügend zu leisten vermag, die sich nachweislich sehr gut verträglicher und oft gut wirksamer Therapiemethoden bedient. Einer Berufsklasse, die sich Jahr für Jahr um Transparenz, ein hohes Maß an Fortbildung zu verschiedensten medizinischen Themen und um Professionalität in der Berufsausübung bemüht. Einer Berufsklasse, die nicht zuletzt der erklärte Bewahrer und Weiterentwickler, damit der Spezialist schlechthin, der Naturheilkunde im weitesten Sinne in Deutschland ist.

Sie hingegen, sehr geehrte Damen und Herren der ARD, insbesondere die Urheber des von mir kritisierten Beitrages, scheinen das also anders zu sehen. Sie scheinen hier Vordringlichkeit wider des Heilpraktikerberufes zu sehen. Und hierfür sind Sie sich nicht zu schade, sich einseitiger und genau genommen populistischer »Berichterstattung« zu bedienen. Und dabei sogar unkommentiert die streckenweise einfach nur polemisch wirkenden Privatansichten einiger ausgewählter Einzelpersonen heranzuziehen, ihnen somit eine breit streuende Plattform zu bieten.

Ich bin selbst praktizierender Heilpraktiker mit eigener Praxis in München. Und ich sehe in Ihrem Beitrag eine Verleumdung und einseitig diffamierende Darstellung meines Berufsstandes, damit den offensiven Versuch der Schädigung auch meiner Person auf beruflicher, geschäftlicher und letztlich auch persönlicher Ebene. Nehmen Sie dieses Schreiben, welches auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, als Beschwerde zur Kenntnis. Unabhängig davon geht dem zuständigen Rundfunkrat in den nächsten Tagen eine förmliche Beschwerde wegen Verdachts auf Verstoß gegen den gesetzlichen Rundfunkauftrag seitens Ihres Unternehmens zu.

Frank Röpti
Heilpraktiker

(1) https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Behoerde-fordert-Heilpraktiker-abschaffen,heilpraktiker118.html?fbclid=IwAR2Qowhv2mI0hvzS3jR_i8bez_TlHerVtcQ9V-ZNTQeD19o6EM7j5iMxQv0

(2) https://www.mds-ev.de/richtlinien-publikationen/behandlungsfehler.html (Jahresstatistik 2018)

(3) https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=19264

(4) https://daserste.ndr.de/ard_check/fragen/Aufgabe-und-Funktion-des-oeffentlich-rechtlichen-Rundfunks-der-ARD,antworten104.html - Zitat: »... Danach soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Programmangeboten „zur Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung“ leisten. ...«